Strukturwerkstatt für Menschen zur Wiedereingliederung und Persönlichkeitsentwicklung

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werkstattAUSGANGSLAGE

Die jungen Menschen leiden häufig unter den Erwartungen und dem Leistungsdruck ihrer Umwelt. Zugleich sorgt der Mangel an Ausbildungsplätzen und die hohe Jugendarbeitslosigkeit für enormen Frust.
Verschwommene Werte und widersprüchliche gesellschaftliche Normen verstärken die Probleme.
So beschränkt sich Arbeit nicht nur auf die Sicherung des Lebensunterhaltes, sondern bezieht sich ebenso auf die Erhaltung der sozialen Kontakte, der geistigen Arbeit - die eigene Möglichkeiten vor Augen führt - und der seelischen Arbeit - die das emotionale Gleichgewicht positiv beeinflussen hilft. Die Arbeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes steht in direkter Verbindung zum Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen und dem psychischen und physischen Wohlbefinden.

Arbeit als Grundbedürfnis betrifft in besonderem Maße junge Menschen, denn sie ist nicht nur der Broterwerb, sondern ein Weg zur Entwicklung einer eigenen Zukunftsperspektive. Ist die Planung der Perspektive durch unterschiedliche Faktoren behindert, wirkt sich dies sehr negativ auf die zu gestaltende Zukunft des Einzelnen aus. Der junge Mensch verlernt  oder erlernt gar nicht erst, seine Fähigkeiten auszuschöpfen. Je länger er der Passivität ausgeliefert ist, desto mehr verliert er die Fähigkeiten seiner Leistungskompetenz und wird zunehmend fremdbestimmt.

Benachteiligte Jugendliche (gemäß SGB VIII) sehen wir in diesem Zusammenhang in riskanten Lebenslagen. Die Benachteiligung ist nicht an einem Hindernis festzuschreiben, wenngleich Problematiken oft dominierenden Charakter aufweisen. In der Regel liegt eine Problembündelung vor:
  • problembeladenes Elternhaus
  • Schulverweigerung
  • kein Schulabschluss
  • Ausbildungsabbruch
  • Suchtproblematik
  • Erfahrungsarmut
  • Unselbständigkeit
  • Perspektivlosigkeit
  • Behinderungen
  • Institutionalisierung
  • sehr junge Elternschaft
und vieles mehr

Motivation und das Vertrauen in die eigenen Chancen und Möglichkeiten werden verlernt. Die Akzeptanz der Alimentierung vom Sozialstaat wird mit fortdauernder Perspektivlosigkeit selbstverständlicher. Ein gemeinsames Merkmal benachteiligter junger Menschen ist ihre Erfahrungsarmut und ihre mangelnde soziale Kompetenz in fast allen Bereichen: sei es der Umgang mit Handwerkszeug und Werkstoffen, die Kenntnis der Natur, die Erfahrung von positivem Familien- und Gruppenleben oder kreativer Beschäftigung. Benachteiligte Jugendliche bringen hier Defizite mit, die sie in dem herkömmlichen dualen System der Ausbildung scheitern lassen.

Problemen, die sich ihnen auf ihrem Weg stellen, begegnen sie mit Lösungen, die nicht geeignet sind, um im Arbeitsprozess  zu bestehen. Es werden eher destruktive Ansätze gewählt, die sich in den Bereichen des Konsumverhaltens, der Gewaltbereitschaft, im Drogenkonsum und im Rechtsradikalismus wiederfinden. Die Problematiken der Jugendlichen behindern oft eine Arbeitsaufnahme oder den Beginn einer Ausbildung.



PROBLEMSTELLUNG

Jugendarbeitslosigkeit ist ein gravierendes und schmerzhaftes  Problem in unserer Gesellschaft. Gravierend ist es, da in der BRD durchschnittlich 10,6 Prozent der Jugendlichen keine Arbeit oder keinen Ausbildungsplatz finden (in NRW sind z. Zt. etwa 112.000 Jugendliche arbeitslos [Quelle: Informationsdienst Wissenschaft). Schmerzhaft ist es, da wir als Gesellschaft nicht so für die kommende Generation sorgen können.

Benachteiligte Jugendliche befinden  in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit besonders tief am unteren Ende der Fahnenstange. An der Schwelle von Schule zum Berufsleben scheitern die meisten aufgrund ihrer oft multiplen Lebensprobleme. Das Bewusstsein gesellschaftlicher Mitverantwortung für Reifung und Sozialisation ist einem wirtschaftlichen wie auch persönlichen Egoismus gewichen.

Jugendarbeitslosigkeit verlangt nach der besonderen Aufmerksamkeit der Träger sozialer Dienstleistungen und der Gesellschaft. Nur wenn das eigene Tun sinnstiftend ist, und somit die Identifikation mit den eigenen Fähigkeiten und Chancen ermöglicht wird bleiben für den Jugendlichen Entwicklungsperspektiven bestehen. Ansonsten ist Hoffnungslosigkeit und Stagnation ein idealer Nährboden für die Gefährdung des sozialen Friedens.
Somit gehört Arbeit zu den Grundbedürfnissen des Menschen, neben Gemeinschaft, Wohnung, Nahrung und Erholung.


Einige Eindrücke aus unserer Strukturwerkstatt:





VISION

Im Rahmen des Projektes Strukturwerkstatt für Menschen  werden für junge Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten (gemäß SGB VIII) Wiedereingliederungs-Möglichkeiten in ein geordnetes Leben innerhalb der Gesellschaft gestaltet. In dieser lebensweltbezogenen Jugendsozialarbeit steht die Suche nach einer Perspektive für den Einzelnen im Vordergrund.  Schlupfloch e. V. stellt durch eine eigene Kfz- Werkstatt Möglichkeiten der Widereingliederung in die Gesellschaft zur Verfügung. Der Jugendliche mit schwierigem Hintergrund  erhält die Möglichkeit sich langsam an Arbeitsabläufe und Tagesstrukturen zu gewöhnen um sich langsam wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Zusätzlich Akquiriert der Verein Schlupfloch e. V.  Ausbildungsplätze und begleitet die Jugendlichen, die sich in der Strukturwerkstatt etabliert und stabilisiert  haben bei Bedarf in andere  Ausbildungsbetriebe.

Die Jugendlichen werden  während  des gesamten Eingliederungsprozesses und darüber hinaus durch Mitarbeiter des Schlupfloch e. V. betreut. Auf der Grundlage einer wachsenden Vertrauensbeziehung und flankieren Maßnahmen zur Verbesserung der sozialen, familiären Situation.

Das Erziehungsangebot  richtet sich an perspektivlose männliche Jugendliche, die berufsbezogene und sozialpädagogische Unterstützung benötigen. Sie erhalten die Möglichkeit in  der Strukturwerkstatt  ihren ersten Schritte zurück in die Gesellschaft und somit auch in die Arbeitswelt zu machen.
Schlupfloch e.V. möchte deshalb mit dem Angebot der Strukturwerkstatt  jungen Menschen eine Orientierung bieten und sie langfristig in ihrer Entwicklung begleiten.

Nach dem Konzept „Learning by doing“. Die Vermittlung von Selbstbewusstsein Lob und Anerkennung stehen im Vordergrund und vor allem, das Arbeit auch Spaß macht

Durch die große Praxisnähe der Pädagogen zur Werkstatt und dem Klientel soll die Verbesserung der Tagesstruktur wie frühes Aufstehen, Pünktlichkeit, Motivation, Vermittlung von Erfolgserlebnissen u. s .w. erlernt werden. Dieses  ist für die eher an Misserfolge gewöhnten jungen Erwachsenen ein wichtiger Faktor, um am Ball zu bleiben.

Für die Funktionsfähigkeit der Strukturwerkstatt ist es auf Dauer unumgänglich im ständigen Austausch mit allen Beteiligten zu sein. Im Rahmen des Projekts steht uns in Duisburg- Meiderich eine 250 cm² große Kfz- Werkstatt für dieses Vorhaben zur Verfügung.

Die Werkstatt  ist seit dem 1. August 2009 für die Jugendarbeit angepasst. Ausgestattet ist die Kfz-Werkstatt mit allen fachbezogenen Werkzeugen wie Z. B.  Hebebühnen, Gruben, Richtwerkzeugen und dem fachlichen Personal.
Ziel ist eine Fachwerkstatt zu errichten, die den Richtlinien der Handwerksordnung und Ausbildungsordnung entspricht um langfristig auch die Möglichkeit zu schaffen Jugendliche selbst auszubilden. Die Werkstatt dient in erster Linie als Sozialraum und dem erlernen von Tagesstrukturen.
Das Projekt Strukturwerkstatt für Menschen wird von Schlupfloch e.V. freier Träger  der Jugendhilfe durchgeführt.
Tätigkeitsfelder sind:
  • flexible ambulante Hilfen
  • Erziehungsbeistandschaft
  • betreutes Wohnen
  • intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung
Die Betreuung in und außerhalb der Werkstatt wird über Fachleistungsstunden oder kalendertägliche Betreuungssätze, die auf Fachleistung¬sstunden basieren, refinanziert. Die materielle Versorgung der Klienten, auch die mit Wohnraum, wird zusätzlich in Rechnung gestellt. Auch die Finanzierung über Pauschalen ist möglich.